Gemeinde Hanau: Elisabeth-Medaille für Hans Luley und Erika Reitz

Ehrung Gruppenfoto; Foto: HagenfeldPfingstmontag 2019: Ev. Kirche Kilianstädten. Erster gemeinsamer Gottesdienst von hörender Gemeinde und Gebärdensprachgemeinde Hanau.

Warum? Hans Luley und Erika Reitz vom Gemeindevorstand Hanau haben die Elisabeth-Medaille bekommen. Hans Luley arbeitet seit fast 60 Jahren im Gemeindevorstand mit. Erika Reitz ist ungefähr 30 Jahre dabei. Erika und Hans sind die ersten Gehörlosen aus der Hanauer Gemeinde, die eine Elisabeth-Medaille bekommen haben. Hans Luley lebt mit seiner Familie in Kilianstädten. Deshalb: besondere Ehre, dass der Gottesdienst in Kilianstädten war. Zusammen Dr. Merle, Pfarrer der hörenden Gemeinde. Roswitha Wagner hat gedolmetscht. Auch viele Hörende waren vom Gebärden beeindruckt.
Alle gemeinsam haben das Gebärdenlied probiert: Frieden heut für dich, für mich, weltweit. „Der Heilige Geist macht möglich, einander zu verstehen, auch wenn man nicht dieselbe Sprache spricht“. Das hat Pfr. Merle in der Predigt gesagt. Und alle konnten das im Gottesdienst erleben.
Die Elisabeth-Medaille ist die zweithöchste Anerkennung der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck. Eine besondere Ehrung für Menschen, die sehr viele Jahre ehrenamtlich in der Gemeinde mitarbeiten. Den Namen hat die Medaille von Elisabeth von Thüringen. Sie hat im 13. Jahrhundert gelebt. Zuerst auf der Wartburg. Später in Marburg. Elisabeth hat anderen Menschen in ihrer Not geholfen, z.B. Kranke gepflegt oder Arme unterstützt. Ehrung; Foto: HagenfeldEgal früher, egal heute: Solidarität und Unterstützung für andere sind wichtig. Ehrenamtliche Mitarbeit ist wichtig. Wunderbar, dass Hans und Erika schon so lange im Gemeindevorstand mitarbeiten. Bedeutet? Treue Unterstützung für die Gemeinde in Hanau! Gudrun Levin, Vorsitzende der Kreissynode (=Leitung vom Kirchenkreis) hat die Elisabeth-Medaillen überreicht. Frau Levin hat sehr liebevolle Worte gesagt und die Aufgaben genannt: Hans Luley ist Kastenmeister (=Sammeln von Kollekte und Abrechnung). Erika Reitz unterstützt beim Organisieren und weiß, wer in der Gemeinde Sorgen hat und kümmert sich.

Nach dem Festgottesdienst hat die Ev. Kirchengemeinde zum feierlichen Kaffeetrinken eingeladen.
Text: M. Keller-Stenzel, Foto: Hagenfeld
auf dem Foto: v.r.: Pfr. Merle, G. Levin, H. Luley, E. Reitz, Pfrin. Keller-Stenzel

 

Gemeinde Fulda und Hanau: Ökumenisches Sommerfest

Sommerfest 2019 Vorbereitungsteam 2

Zum ersten Mal: Sommerfest gemeinsam mit der kath. Gehörlosenseelsorge Fulda. Viele Gäste aus der kath. Gehörlosengemeinde waren dabei. Herzliches Willkommen beim Sommerfest im Haus Oranien Fulda im großen Saal. Die Christuskirchengemeinde hat uns unterstützt, dass wir keine Miete zahlen mussten. Danke!
Ab 12.00 Uhr gemeinsames Mittagessen. Viel Zeit zum Plaudern mit alten Freunden. Und neue Kontakte zwischen beiden Gemeinden, evangelisch und katholisch. Um 14.00 Uhr Gottesdienst in der Christuskirche. Pfr. Hartel, Gehörlosenseelsorger Bistum Fulda, hat die Predigt gezeigt. Ein wichtiger Gedanke: Jesus nachfolgen bedeutet, dem eigenen Herz zu folgen. Die persönliche Verbindung zu Gott ist wichtig. Jens Brehl Sommerfest GLS Gottesdienst 2019 2

Nach dem Gottesdienst gemeinsam Kaffeetrinken und nochmal viel Zeit zum Plaudern. Gute Stimmung, viel Kommunikation. Heißes Sommerwetter. Trotzdem sind viele zum Sommerfest gekommen. Die Organisation hat prima geklappt, danke für alle Hilfe! Die Kollekte vom Sommerfest ist für das Sprachprojekt vom Kindergarten der Christuskirche bestimmt.

Text: M. Keller-Stenzel

 

Kassel/Bad Arolsen: Abschied von Lina Pöllmann

Lina Pöllmann3Am 29.6. nahmen wir Abschied von Lina Pöllmann. Sie starb am 5.6. im Alter von 83 Jahren. Lina war vielen Gehörlosen bekannt und beliebt. Aus Eschwege, Bad Hersfeld, Homberg und natürlich aus Kassel kamen viele, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Frau Pöllmann war auch lange Zeit Mitglied des Gebärdenchors, der auch auf der Trauerfeier für sie und die Trauergemeinde gebärdensang. Der Chor trug die roten Schals (Stola), die Lina damals geschneidert hatte.
So gab es viele Erinnerungen an die Verstorbene, die erst im Frühjahr diesen Jahres von Münster wieder zurück nach Nordhessen (Bad Arolsen) zu ihrem Sohn gezogen war.
Wir schauen zurück auf ein reiches, gutes Leben und sind dankbar, dass Lina so friedlich einschlafen durfte. Bei aller Trauer wissen wir sie jetzt an der Seite von ihrem geliebten Ehemann Johann.
Wir denken besonders an ihre Kinder, Steffi und Hartmut. Gott gebe euch Kraft und Begleitung durch diese Zeit der Trauer.

 

Kassel: Trauer um die „Anwältin der Gehörlosen“

Karin Kestner 3Karin Kestner ist am 4.6. nach langer Krankheit gestorben. Sie wurde 63 Jahre alt.
Frau Kestner arbeitete seit Mitte der 90er Jahre als Gebärdensprachdolmetscherin. Vor allem aber hat die energische Frau bei ihrer Arbeit immer wieder die Barrieren und Probleme der gehörlosen Menschen gesehen. Diese Probleme ist sie manchmal „mit dem Kopf durch die Wand“ angegangen und hat sich nie mit schlechten Kompromissen zufrieden gegeben. Daraus sind so tolle Dinge entstanden wie u.a., 777-Gebärden-CD, Tommys Gebärdenwelt für Kinder, später dann auch das Wörterbuch der Deutschen Gebärdensprache. Viele Menschen kennen ihren Einsatz für die Eltern, die sich für oder gegen das CI (Cochlea Implantat) ihrer Kinder entscheiden sollten und den „CI-Zwang“ gegen den Karin Kestner energisch kämpfte.
Karin Kestner war eine Kämpferin für die Inklusion – und das ganz praktisch: Mit Hausgebärdensprachkursen die Familien zu unterstützen und gehörlose Kinder für die Regelschulen vorzubereiten und zu begleiten. So manche Auseinandersetzung musste geführt werden, aber Karin hat ein „kappt nicht“ nicht einfach hingenommen, sondern ist beharrlich geblieben die Ziele zu erreichen. „Wenn Plan A nicht klappte, hatte sie immer einen Plan B bereit. Ein Aufgeben gab es bei ihr nicht.“, so beschrieb es ihr Lebensgefährte und Partner Tiemo Hollmann.
Die Trauerhalle in Baunatal war gefüllt; viele Menschen standen draußen vor der Tür – aus ganz Deutschland waren sie gekommen, um sich am 28.6. von Karin zu verabschieden.
Wir waren tief gerührt von den Worten von Björn Blumeier über die Kämpferin Karin Kestner, von der Gebärdenpoesie der „Integrationskinder“ Lysander und Salma, von den Worten Knut Weinmeisters, einem langjährigen, guten Freund und Wegbegleiter Karin Kestners und den ganz persönlichen Worten Tiemo Hollmanns, die in der Trauerfeier verlesen wurden.
Die Trauerfeier wurde gedometscht/ gevoiced – ein Anliegen und eine Ehrenbezeugung der Dolmetscherinnen für ihre Kollegin und Freundin.
Im Anschluss an die Trauerfeier wurde Karin Kestner auf dem Friedhof ihres Heimatortes Martinhagen im Kreise der Familie und engsten Freunden beigesetzt.
Gott gebe den Trauernden die Kraft für diese schwere Zeit ohne Karin – in Gedanken und Gebeten sind wir bei Karins Lebensgefährten Tiemo und ihren Töchtern Julia und Laura.

 

Elbenberg: Freizeit mit den aktiven "Alten"

Elbenberg 2019 UGVom 3. bis 7. Juni 2019 fand zum dritten Mal die Seniorenfreizeit in Elbenberg statt. 11 Gehörlose sind zusammen mit Diakonin Brenzel und der Praktikantin Helena Menzel in das Freizeitheim nahe Naumburg gefahren.
Große Ausflüge und Wanderungen fanden nicht statt, aber Spaß hatten wir trotzdem. Neben Kartenspiel, Mensch-ärger-dich-nicht, Bingo und plaudern bis weit nach Mitternacht gab es immer wieder neue Spiele, die wir als Gruppe gemeinsam gemacht haben.
Am Morgen – nach einem ausgiebigen Frühstück – las Traudi Peer eine Kurzandacht vor. Nach dem Gebet gab es Frühsport im Sitzen. Meist hatte Pfr. Käsemann einen keinen Vortrag dabei oder erzählte etwas über den „Ort an der Elbe“.
Dann wurden die Ärmel hochgekrempelt und unter der Anleitung von Frau Brenzel Stofftaschen bedruckt (mit Stempeln und mit den eigenen Händen). Die Taschen sollen bei der 150-Jahr-Feier am 31.8. in Kassel verkauft werden.
Am Nachmittag kam Pfr. Heinisch mit einem Ratespiel zum Thema "Hessen" zu uns; Frauen und Männer mussten gegeneinander antreten. Am nächsten Tag war Pfr. Hochschorner mit einem Vortrag über den Maler Vincent van Gogh da.
Besonders schön war es zu sehen, wie sich die Teilnehmer gegenseitig unterstützten und geholfen haben.
Nach einer kurzen Andacht mussten wir am Freitag Abschied nehmen – es war eine volle, schöne Woche in der wir viel erlebt haben und viel Spaß hatten.
Danke für die gute Begleitung, das gute Essen und die aufmerksame Hausleitung, die uns viele Wünsche erfüllte.
Traurig sind wir, dass wir erfahren mussten, dass Lina Pöllmann, die regelmäßig an den Seniorenfreizeiten mitgefahren ist und eigentlich auch dieses Mal dabei sein wollte, am 5. Juni verstorben ist. Wir erinnern uns gerne an die vielen fröhlichen Stunden mit ihr zurück.

 

 

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