Kassel/Bad Arolsen: Abschied von Lina Pöllmann

Lina Pöllmann3Am 29.6. nahmen wir Abschied von Lina Pöllmann. Sie starb am 5.6. im Alter von 83 Jahren. Lina war vielen Gehörlosen bekannt und beliebt. Aus Eschwege, Bad Hersfeld, Homberg und natürlich aus Kassel kamen viele, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Frau Pöllmann war auch lange Zeit Mitglied des Gebärdenchors, der auch auf der Trauerfeier für sie und die Trauergemeinde gebärdensang. Der Chor trug die roten Schals (Stola), die Lina damals geschneidert hatte.
So gab es viele Erinnerungen an die Verstorbene, die erst im Frühjahr diesen Jahres von Münster wieder zurück nach Nordhessen (Bad Arolsen) zu ihrem Sohn gezogen war.
Wir schauen zurück auf ein reiches, gutes Leben und sind dankbar, dass Lina so friedlich einschlafen durfte. Bei aller Trauer wissen wir sie jetzt an der Seite von ihrem geliebten Ehemann Johann.
Wir denken besonders an ihre Kinder, Steffi und Hartmut. Gott gebe euch Kraft und Begleitung durch diese Zeit der Trauer.

 

Kassel: Trauer um die „Anwältin der Gehörlosen“

Karin Kestner 3Karin Kestner ist am 4.6. nach langer Krankheit gestorben. Sie wurde 63 Jahre alt.
Frau Kestner arbeitete seit Mitte der 90er Jahre als Gebärdensprachdolmetscherin. Vor allem aber hat die energische Frau bei ihrer Arbeit immer wieder die Barrieren und Probleme der gehörlosen Menschen gesehen. Diese Probleme ist sie manchmal „mit dem Kopf durch die Wand“ angegangen und hat sich nie mit schlechten Kompromissen zufrieden gegeben. Daraus sind so tolle Dinge entstanden wie u.a., 777-Gebärden-CD, Tommys Gebärdenwelt für Kinder, später dann auch das Wörterbuch der Deutschen Gebärdensprache. Viele Menschen kennen ihren Einsatz für die Eltern, die sich für oder gegen das CI (Cochlea Implantat) ihrer Kinder entscheiden sollten und den „CI-Zwang“ gegen den Karin Kestner energisch kämpfte.
Karin Kestner war eine Kämpferin für die Inklusion – und das ganz praktisch: Mit Hausgebärdensprachkursen die Familien zu unterstützen und gehörlose Kinder für die Regelschulen vorzubereiten und zu begleiten. So manche Auseinandersetzung musste geführt werden, aber Karin hat ein „kappt nicht“ nicht einfach hingenommen, sondern ist beharrlich geblieben die Ziele zu erreichen. „Wenn Plan A nicht klappte, hatte sie immer einen Plan B bereit. Ein Aufgeben gab es bei ihr nicht.“, so beschrieb es ihr Lebensgefährte und Partner Tiemo Hollmann.
Die Trauerhalle in Baunatal war gefüllt; viele Menschen standen draußen vor der Tür – aus ganz Deutschland waren sie gekommen, um sich am 28.6. von Karin zu verabschieden.
Wir waren tief gerührt von den Worten von Björn Blumeier über die Kämpferin Karin Kestner, von der Gebärdenpoesie der „Integrationskinder“ Lysander und Salma, von den Worten Knut Weinmeisters, einem langjährigen, guten Freund und Wegbegleiter Karin Kestners und den ganz persönlichen Worten Tiemo Hollmanns, die in der Trauerfeier verlesen wurden.
Die Trauerfeier wurde gedometscht/ gevoiced – ein Anliegen und eine Ehrenbezeugung der Dolmetscherinnen für ihre Kollegin und Freundin.
Im Anschluss an die Trauerfeier wurde Karin Kestner auf dem Friedhof ihres Heimatortes Martinhagen im Kreise der Familie und engsten Freunden beigesetzt.
Gott gebe den Trauernden die Kraft für diese schwere Zeit ohne Karin – in Gedanken und Gebeten sind wir bei Karins Lebensgefährten Tiemo und ihren Töchtern Julia und Laura.

 

Marburg: Geburtstag Pfarrer Heinisch

Geburtstag Eschwege und Hersfeld.jpg2Pfarrer Matthias Heinisch hat in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag gefeiert. In der Marburger Gemeinde gab es bei einem gemütlichen Zusammensein und freundlichen Grußworten Kaffee und Torten zum Geburtstag.

In der Eschweger und Hersfelder Gehörlosengemeinde, die anlässlich des 60. Geburtstages gemeinsam Gottesdienst gefeiert haben, gab es zum Mittagessen ein Buffet und anschließend Kaffee und Kuchen. Pfarrer Heinisch hat alle eingeladen. Es hat sehr gut geschmeckt.Geburtstag Marburg

Die gehörlosen Frauen der Hersfelder Gehörlosengemeinde sind mit einem schönen Gebärdenlied aufgetreten. Das Gebärdenlied und die anschließende Feier hat uns viel Freude gemacht.

Petra Heidler

 

 

Elbenberg: Freizeit mit den aktiven "Alten"

Elbenberg 2019 UGVom 3. bis 7. Juni 2019 fand zum dritten Mal die Seniorenfreizeit in Elbenberg statt. 11 Gehörlose sind zusammen mit Diakonin Brenzel und der Praktikantin Helena Menzel in das Freizeitheim nahe Naumburg gefahren.
Große Ausflüge und Wanderungen fanden nicht statt, aber Spaß hatten wir trotzdem. Neben Kartenspiel, Mensch-ärger-dich-nicht, Bingo und plaudern bis weit nach Mitternacht gab es immer wieder neue Spiele, die wir als Gruppe gemeinsam gemacht haben.
Am Morgen – nach einem ausgiebigen Frühstück – las Traudi Peer eine Kurzandacht vor. Nach dem Gebet gab es Frühsport im Sitzen. Meist hatte Pfr. Käsemann einen keinen Vortrag dabei oder erzählte etwas über den „Ort an der Elbe“.
Dann wurden die Ärmel hochgekrempelt und unter der Anleitung von Frau Brenzel Stofftaschen bedruckt (mit Stempeln und mit den eigenen Händen). Die Taschen sollen bei der 150-Jahr-Feier am 31.8. in Kassel verkauft werden.
Am Nachmittag kam Pfr. Heinisch mit einem Ratespiel zum Thema "Hessen" zu uns; Frauen und Männer mussten gegeneinander antreten. Am nächsten Tag war Pfr. Hochschorner mit einem Vortrag über den Maler Vincent van Gogh da.
Besonders schön war es zu sehen, wie sich die Teilnehmer gegenseitig unterstützten und geholfen haben.
Nach einer kurzen Andacht mussten wir am Freitag Abschied nehmen – es war eine volle, schöne Woche in der wir viel erlebt haben und viel Spaß hatten.
Danke für die gute Begleitung, das gute Essen und die aufmerksame Hausleitung, die uns viele Wünsche erfüllte.
Traurig sind wir, dass wir erfahren mussten, dass Lina Pöllmann, die regelmäßig an den Seniorenfreizeiten mitgefahren ist und eigentlich auch dieses Mal dabei sein wollte, am 5. Juni verstorben ist. Wir erinnern uns gerne an die vielen fröhlichen Stunden mit ihr zurück.

 

 

Bad Hersfeld/Berfa: Trauer um Hans Bierwirth

Hans BierwirthAm 28. Mai 2019 ist Hans Bierwirth nach der Trauerfeier in der Kirche in Berfa auf dem Friedhof im Alter von 85 Jahren bestattet worden. Seine große Familie und Freunde haben von ihm Abschied genommen.
69 Jahre lang war er Mitglied im Gehörlosenverein Bad Hersfeld. Er war für viele Gehörlose ein guter und vertrauter Freund.
Noch vor einiger Zeit hatte er mit seiner Frau Ursula zusammen die Diamantene Hochzeit feiern können. Im Kreis ihrer Familie, die ihr gemeinsamer Mittelpunkt war, haben sie eine fröhliche Feier erlebt.
Am 16.Dezember 2017 ist seine Frau gestorben. Beide hatten regelmäßig die Gehörlosengemeinde in Bad Hersfeld besucht. Sie haben dazugehört, haben beide gern einen Spaß mitgemacht. Sie haben offen ihre Meinung gesagt. Mit der Gehörlosengemeinde haben sie schöne, gemeinsame Fahrten unternommen. Nach dem Tod seiner Frau hat Hans Bierwirth die Gehörlosengemeinde allein besucht, wenn es ihm möglich war. Nach schwerer Krankheit und Operationen haben seine Kräfte mehr und mehr nachgelassen.
So muss die Gehörlosengemeinde Bad Hersfeld von Hans Bierwirth Abschied nehmen und vertraut darauf, dass unser Leben in Gottes Liebe geborgen bleibt.

 

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